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Der kulturelle Einfluss der Pueblo-Indianer und der Spanier ist in New Mexico noch überall spürbar. Die größte Stadt Albuquerque hat eine hübsche Altstadt mit kleinen Kunstgewerbeläden, Museen, Kulturzentren und einer reizvollen Plaza mit Gaslaternen.

Im Indian Petroglyph State Park sind eindrucksvolle Felsgemälde von Tieren und Flötenspielern zu sehen. Auf dem Gelände der Universität gibt es mehrere gute Museen, darunter das Fine Arts Center (Schöne Künste), das Maxwell Museum of Anthropology (Anthropologie) und das Museum of Geology and Meteoritics (Geologie und Meteoritenkunde).

Das Indian Pueblo Cultural Center beschäftigt sich mit der indianischen Kultur. Albuquerque ist ein beliebtes Touristenziel und ein guter Ausganspunkt für die weitere Erkundung der vielen Sehenswürdigkeiten des Staates. Das Coronado State Monument nördlich der Stadt besteht aus einer Anzahl unterirdischer Kammern und Gewölbe, so genannter Kivas, mit unzähligen Wandgemälden, die alte Rituale darstellen.

Taos mit seiner bunten Plaza ist eine malerische Künstlerkolonie. In Ranchos de Taos steht eine der schönsten Kirchen im Südwesten der USA, die St. Francis of Assisi Mission Church. Taos Pueblo ist eines der ältesten, reizvollsten und berühmtesten Pueblos (Indianerdörfer) überhaupt. Das spanische Wort >Pueblo< bedeutet Dorf oder Gemeinde.

In New Mexico gibt es insgesamt 19 indianische Pueblos, in denen regelmäßig Tänze und Zeremonien stattfinden, bei denen Touristen meist willkommen sind. Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall und gewährt faszinierende Einblicke in das Leben einer alten Kultur. Meist gibt es wunderbares Kunsthandwerk zu kaufen. Interessierte sollten sich beim jeweiligen Dorfvorstand anmelden, der sie auch mit den jeweiligen Gepflogenheiten vertraut macht (so ist z.B. Fotografieren nicht in allen Pueblos erlaubt).

Auch Freunde des Wintersports kommen in New Mexico auf ihre Kosten. Die Skipisten des Sandia-Peak-Gebietes sind sowohl von Albuquerque als auch von Santa Fé bequem zu erreichen. Die Carlsbad-Höhlen im Carlsbad Caverns National Park sind unbedingt besuchenswert, auch wenn nur ein Teil der Tropfsteinhöhlen besichtigt werden kann.

Auch die Fahrt nach Gallup (ca. 200 km von Santa Fé) lohnt sich. Hier findet Mitte August das Inter-Tribal Indian Ceremonial statt, zu dem Indianer aus ganz Nordamerika anreisen. Weitere Attraktionen in New Mexico sind der Bergurlaubsort Ruidoso, das spanische Kolonialdorf La Mesilla, die prähistorischen indianischen Stätten und die Indianer-Reservation der Navajos bei Farmington.

Aztec Ruins National Monument – Das Tor zur Vergangenheit

New Mexico
Sonnenuntergang New Mexico

New Mexico besitzt zahl- reiche Monumente und Denkmäler aus den frühen Zeiten der Ureinwohner. Über Jahrtausende hinweg haben die verschiedenen Stämme ihre Siedlungen mit viel Geschick, technischem Sachverstand und archi- tektonischem Talent errich- tet. Auch heute noch setzen viele Überreste dieser Pueblos die Besucher in Erstaunen. Einen kulturhistorisch besonders wertvollen und sehenswerten Ort findet man in Aztec im äußersten Nordwesten von New Mexico. Am Aztec Ruins National Monument in der Nähe von Farmington können Besucher einen Blick in diese längst vergangene Zeit werfen und die beeindruckenden Hinterlassenschaften der Ancestral Puebloans kennenlernen. Von etwa 1050 bis 1300 n. Chr. erbauten die Vorfahren der heutigen Pueblo-Indianer dieses Netzwerk öffentlicher und zeremonieller Gebäude, Straßen, mehrstöckiger Lehm- und Steinbauten und kleinerer Wohnhäuser mit Blick auf den Animas River. Der Name Aztec legt die Vermutung nahe, die Azteken hätten die Pueblos errichtet, was allerdings nicht der Fall ist. Die Azteken dienten nur als Namensgeber, da viele Siedler sie aus geschichtlicher Unkenntnis für die Erbauer hielten. Die ersten Bewohner und Erbauer waren vermutlich Indianer aus dem Chaco Canyon und mit den Bewohnern von Mesa Verde verwandt.

Die Siedlung war sowohl ein wichtiges Handelszentrum als auch ein Versammlungsort bei bedeutenden gesellschaftlichen und religiösen Ereignissen. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts waren die Gebäude stark der Plünderung und dem Vandalismus ausgesetzt, bevor sie von Archäologen entdeckt und wieder frei gelegt wurden. 1923 wurden die Ruinen als Nationalmonument unter besonderen Schutz gestellt. Das mehr als 800 Jahre alte prähistorische Pueblo verfügt über mehrere gut erhaltene Ruinen, die man besichtigen kann. Die größte Ruinenansammlung mit den am besten erhaltenen Bauwerken ist die West-Ruine. Um einen großen, offenen Platz wurde hier die erste Siedlung errichtet. Sie besteht aus über 400 miteinander verbundenen Zimmern, von denen einige noch fast vollständig erhalten sind. Als besonderes Highlight können Besucher neben Räumen mit Originaldecken die 1934 rekonstruierte große Kiva besichtigen, die die älteste und größte ihrer Art in ganz Nordamerika ist. Eine Kiva ist ein teilweise unter der Erde befindlicher runder Zeremonieraum, wo man sich zu Beratungen und religiösen Feierlichkeiten einfand, und war der Mittelpunkt des Gemeindelebens. Eine selbst geführte Tour auf einem über 600 Meter langen Lehrpfad führt durch die West-Ruine vorbei an den verschiedenen Gebäuden und endet an der großen Kiva. Der Pfad ist trotz Treppen und niedriger Türstöcke problemlos begehbar. Warum die Ancestral Puebloans die Siedlung um 1300 schon wieder verließen, ist wissenschaftlich nicht belegt, aber Wassermangel und Dürreperioden könnten die Gründe gewesen sein, da es keine Hinweise für kriegerische Auseinandersetzungen gibt. Noch heute verbindet das Aztec Ruins National Monument die Menschen der Vergangenheit mit den Menschen und den Traditionen der heutigen Zeit. Viele Indianer im Südwesten der USA halten eine tiefe spirituelle Verbindung zu diesem Ort, und Besuchern bietet sich an dieser Stelle eine einzigartige Möglichkeit, sich über diese bemerkenswerten Menschen und ihr Leben zu informieren.

Das Aztec Ruins National Monument liegt 15 Minuten Fahrtzeit nordwestlich von Farmington in der Four Corners Region an der Grenze zu Utah, Colorado und Arizona und ist täglich von 8-17 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 5 Dollar. Weitere Informationen erhalten Sie auf www.nps.gov/azru

Acoma – Die Stadt im Himmel

Acoma Häuser
Acoma Homes und Wide Shot

In der Region um Albuquerque leben ebenfalls Nachfahren der Ancestral Puebloans. Zu ihnen gehört auch der Stamm der Acoma, was soviel wie „Volk vom weißen Felsen“ bedeutet. Ihr Reservat im Westen von Albuquerque gehört zu den schönsten Regionen in New Mexico mit all seinen atemberaubenden Aus- blicken, Sandsteinfelsen und vielfarbigen Tafelbergen. Die Acoma sind berühmt für ihr Kunsthandwerk und ihre Alltagsgegenstände, zum Beispiel für ihre mit weißen und schwarzen Linien verzierte Keramik, Schnitzereien und Körbe. Wie bei vielen anderen Indianerstämmen auch, ist bei den Acoma das Klansystem der Familien matrilinear geregelt. Hier sind also die Frauen das Oberhaupt und geben den Ton an. Ihnen gehört der Familienbesitz und sobald sie heiraten, ziehen die Ehemänner bei ihnen ein.

Schon in prähistorischer Zeit lebten an diesem Ort die Ahnen der Acoma. Der historisch bedeutendste und immer noch existente Teil des Reservats ist das Pueblo, eine der ältesten Siedlungen des Landes. Um 1100 angelegt und auf einem gewaltigen Tafelberg liegend zählt es zu den beeindruckendsten Indianersiedlungen des gesamten Südwestens. In 120 Metern Höhe hat man von der „Sky City“, also der Himmelsstadt, einen spektakulären Blick über die Ebene. Zum Pueblo gehören ein neues Cultural Center und ein Museum, wo die Geschichte der Acoma dargestellt wird und von wo aus auch die Führungen starten. Sie sind die einzige Möglichkeit, das Pueblo zu besichtigen. Über unbefestigte felsige Straßen und vorbei an alten Gebäuden und kleinen Plätzen endet die Führung an der ab 1629 errichteten Missionskirche San Esteban del Rey. Sie ist der größte Bau des Pueblos, von ihrem Friedhof aus hat man einen herrlichen Weitblick auf die anderen Tafelberge, besonders auf die gegenüber liegende Enchanted Mesa. Auf dem Tafelberg selbst leben nur noch wenige Acoma-Indianer. Die meisten der Acoma wohnen heutzutage im Tal und arbeiten überwiegend als Farmer und Viehtreiber. Bei feierlichen Anlässen jedoch kehren sie immer wieder an die heiligen Stätten auf dem Berg zurück, um den Geistern ihrer Ahnen Ehre zu erweisen.

Zum Pueblo fährt man von Albuquerque aus eine gute Stunde. Das letzte Stück des Weges darf nur mit einem Shuttle gefahren werden. Tickets für Bustouren, Kameragenehmigungen und Führungen (pro Person 10 Dollar) können im Besucherzentrum gebucht und erworben werden. Im Herbst und Winter gibt es von 8 bis 16 Uhr Führungen und im Frühling und Sommer von 8 bis 19 Uhr. Weitere Informationen erhalten Sie auf www.acomaskycity.org

Geheimtipp für Hobbyarchäologen – das Gila Cliff Dwellings National Monument

Gila Cliff Wohnungen
Gila Cliff Dwellings

Im Südwesten New Mexicos liegt versteckt in einem Naturschutzgebiet ein echter Geheimtipp: das Gila Cliff Dwelling National Monu- ment, die „kleine Schwe- ster“ des berühmten Mesa Verda National Parks in Colorado. Die Cliff Dwellings sind Höhlenbauten, die vom Volk der Mogollon, einer alten Indianerkultur, vor hunderten von Jahren in die Felswände eines Bergmassivs in der Gila Wilderness Area gebaut wurden. Hier lebten im 13. Jahrhundert rund 10 bis 15 Familien in etwa 40 Räumen, die über Leitern und Pfade miteinander verbunden waren. Zu Beginn des 14. Jahrhunderts verließen die Indianer ihre Wohnbauten und bereits im 15. Jahrhundert hatte sich die Mogollon-Kultur aufgelöst und ging vermutlich in anderen Indianerkulturen wie den Ancestral Puebloans auf. Heute werden zweimal täglich geführte Touren durch die Höhlen und Felswohnungen angeboten, bei denen Besuchern der damalige Alltag und die Lebensweise der Mogollon näher gebracht werden.

Das Gila Cliff Dwelling National Monument ist die einzige nationale Einrichtung, die Überreste der Mogollon-Kultur beherbergt und schützt. Es ist ganzjährig geöffnet, die nächste größere Stadt ist Las Cruces. Tickets kosten rund 2 Euro pro Person, für Kinder bis einschließlich 15 Jahren ist der Eintritt frei. Weitere Informationen unter www.nps.gov/gicl/index.htm

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