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Auf den Spuren des Wilden Westens - Der Pony Express Trail

Der Pony Express war für anderthalb Jahre die schnellste Postverbindung in Nordamerika, die trotz ihres kurzen Bestehens zum Mythos und Synonym für den Wilden Westen wurde. Über 3.200 km - von St. Joseph in Missouri bis nach Sacramento in Kalifornien - verlief die von April 1860 bis Oktober 1861 eingesetzte Reiterstaffel, die auf ihrem Weg auch durch Utah führte.
Benötigten Kutschen zuvor noch sechs bis acht Wochen für die gleiche Verbindung, erreichten die abenteuerlustigen Draufgänger der legendären Reiterstaffel unter Einsatz ihres Lebens bereits nach zehn Tagen ihr Ziel. Überfälle feindlicher Indianerstämme, reiten bei jedem Wetter und zu jeder Tages- und Nachtzeit und die extreme körperliche Belastung führten dazu, dass hauptsächlich ungebundene Männer unter 18 Jahren, vorzugsweise Waisen, für diese Arbeit eingestellt wurden. Ein Reiter, der es später noch zur Berühmtheit geschafft hat, war Buffalo Bill.

Durchschnittlich alle 20 km gab es eine Station, an der die Reiter ihre müden Pferde austauschten, die Posttasche auf das nächste Pferd warfen, und weiter gings. Jeder Reiter musste täglich in etwa acht Stunden eine Strecke von rund 100 Kilometern bewältigen, bevor er die Post an seinen Kollegen übergeben konnte. Nur so konnte mit durchschnittlich drei Reitern eine Gesamtdistanz von 300 km pro Tag geschafft werden. Im Oktober 1861 endete die glorreiche Geschichte des Pony Express' schon wieder. Ost- und Westküste waren von diesem Zeitpunkt an durch Telegrafenleitungen miteinander verbunden und die so innerhalb kürzester Zeit übermittelten Nachrichten machten den Pony Express überflüssig. 1992 wurde die Strecke zum Pony Express National Historic Trail erklärt und in das National Trails System aufgenommen.
Große Teile der Strecke existieren zwar heute nicht mehr, aber sehr sehenswerte Abschnitte der ursprünglichen Strecke findet man noch in Utah, wo die Denkmäler und Überreste von 14 Pony Express Stationen besichtigt werden können. Die Route durchquert die Wüste, führt auf abgelegene Pässe und dient als Hauptstraße kleiner, einsam gelegener Gemeinden. An vielen Stationen und anderen interessanten Stätten dieses Backcountry Byways können Sie anhalten und sehen, wo die erschöpften Reiter auf ihrer anstrengenden Reise eine Pause einlegten. Mit etwas Glück sehen Sie vielleicht auch eine Gruppe von Wildpferden durch die Wüste galoppieren.

Die Route:
Um dem Pony Express Trail zu folgen, fahren Sie am besten von Fairfield (etwa 80 Kilometer südwestlich von Salt Lake City) in Richtung Westen auf der Route 73 durch Faust, danach über den Lookout Pass und vorbei an Simpson Springs und Fish Springs. Weiter geht es durch das Snake Valley nach Callao bis nach Ibapah im Nordwesten. Die Höhenunterschiede entlang der Strecke variieren von 1.500 Meter in der Nähe von Fairfield bis auf über 1.860 Meter am Lookout Pass. Bitte beachten Sie, dass es auf der etwa 214 km langen Strecke keine Geschäfte oder Tankstellen gibt und planen Sie fünf bis sechs Stunden Fahrzeit mit Stopps ein! Die ersten acht und die letzten vier Kilometer der Strecke sind asphaltiert. Dazwischen liegen gut 200 Kilometer einer Mischung aus gewarteten Schotterstraßen und unbefestigten Straßen. Die Route ist das ganze Jahr über geöffnet, aber die schönsten und angenehmsten Jahreszeiten für diese Tour sind sicher der Frühling und der Herbst. Es gibt keine Fahrzeugbeschränkungen, aber nach einem starken Regen oder Schneefall sind Allrad-Fahrzeuge zu empfehlen.

 

Sehenswürdigkeiten entlang der Route:
Als erster Stopp empfiehlt sich der Camp Floyd / Stagecoach Inn State Park acht Kilometer südlich von Cedar Fort, der von April bis Oktober geöffnet ist. Das Camp war die erste militärische Einrichtung in Utah und Mitte des 19. Jahrhunderts die drittgrößte Stadt des Staates. Auf ihrem Höhepunkt lebten hier 7.000 Menschen, darunter 3.000 Soldaten. Von dem Camp sind heute nur noch der alte Militärfriedhof und ein Nebengebäude, das heute als Besucherzentrum dient, übrig geblieben. Obwohl die Pony Express Station längst verschwunden ist, steht das Gasthaus Stagecoach Inn auch heute noch. Der schön restaurierte Bau mit Holzfassade wurde 1858 erbaut und war bis 1947 in Betrieb. Als nächstes kann man an der ehemaligen Station Faust Junction ein Denkmal aus dem Jahr 1939 besichtigen, das die original Pony Express Route markiert. Östlich der Faust Station befindet sich die Pony Express Trail National Back Country Byway Visitor Information, wo man Informationen zur Strecke und ihrer Geschichte erhalten kann. Weiter geht es über den Lookout Pass zur Simpson Springs Station im Tooele County. Diese rekonstruierte Station trägt den Namen des Forschers Captain James H. Simpson, der hier im Jahre 1858 Halt machte. Sie war eine der zuverlässigsten Wasserstellen in dieser Wüstengegend, was sie zu einer der bekanntesten Stationen in der Region werden ließ. Das aktuelle Gebäude ist ein 1975 errichteter Nachbau des Originals. Ein kleiner Campingplatz mit 14 Plätzen, Toiletten und Trinkwasser befindet sich östlich der Station. Nicht weit entfernt von Simpson Springs befindet sich das Fish Springs National Wildlife Refuge, ein Wildnisschutzgebiet und die Heimat zahlreicher Tier- und Vogelarten. In Ibapah erreichen Sie schließlich das westliche Ende der Strecke. Auch wenn Sie nicht durch die Wüste auf dem Rücken eines Pferdes geritten sind, so erhalten Sie doch auf dem Pony Express Trail einen herrlichen Einblick in das einzigartige Abenteuer des frühen amerikanischen Postsystems und in Utahs immer noch gegenwärtigen Wilden Westen!

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